Samstag 30. Mai 2020

Lassen Sie sich inspirieren

 


Migration und Asyl
ein gastfreundliches Europa?



unsere Wurzeln:
Christliches Sozialdenken
  • Prof. Regina Polak

     

    Migration als “Zeichen der Zeit”


    Die katholische Kirche betrachtet Migration als „Zeichen der Zeit“ (EM 14). Migration fordert dazu auf, gemeinsam eine erneuerte Menschheit aufzubauen. Für Gläubige ist Migration ein Instrument der Heilsgeschichte Migration ermöglicht die Gelegenheit, Gerechtigkeit zu lernen, das Zusammenleben der einen Menschheit in Vielfalt und Verschiedenheit zu erproben und darin die Gnade Gottes zu erfahren.

     

    Diese Sicht auf Migration als Segen (EM 101; CSD 297) verdankt der christliche Glaube seiner Geschichte. Wanderungen, Flucht, Exil, Asyl, Diaspora sind biblische Grunderfahrungen. In den Erzählungen über Abraham, den Auszug aus Ägypten und das Babylonische Exil wird Migration als Erfahrung der Gnade Gottes erkannt. Daraus entsteht eine Ethik, die sich für Fremde verantwortlich weiß. 

     

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    "Jedem Menschen muß (...) auch erlaubt sein, sofern gerechte Gründe dazu raten, in andere Staaten auszuwandern und dort seinen Wohnsitz aufzuschlagen (...)". Papst Johannes XXIII (Pacem in terris, 12)

     

     

    "Die Institutionen der Aufnahmeländer müssen sorgfältig darüber wachen, dass die Versuchung nicht an Boden gewinnt, ausländische Arbeitskräfte auszubeu-

    ten (...)". Kompendium der Soziallehre der Kirche (Kapitel VI, 298)

     


    Bitten wir um ein weites Herz für die Immigranten. Gott wird uns danach richten, wie wir den am meisten Bedürftigen begegnet sind.

     

     

  • Mark Butaye o.p.

     

    Gastfreundlichkeit jenseits von Bedingungen


     

    Die soziale Tradition des Christentums geht auf die biblisch fundierte “Brüderlichkeit” und die sich daraus ergebenden Konsequenzen wie wechselseitige Verantwortung und die Anerkennung der Menschenwürde unter jeglichen Umständen zurück: “Was hast du getan? Höre! Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden zurück.” (Gen 4,10) Die Enzyklika Pacem in Terris stellt unsmissverständlich klar: “Jeder Mensch hat das fundamentale Recht auf ein Leben in Würde.” (PiT, II) Diese Anerkennung ist bedingungslos und lenkt den Fokus dorthin, wo Gottes Schöpfung durch die Vernachlässigung, Verwüstung oder Vernichtung seines Volkes verwundet wird.

     

    Diese verwundete Schöpfung muss bedingungslos geheilt werden. Johannes Paul II. stellte klar, dass menschliche Verantwortung auch über die Brüderlichkeit hinaus reicht: “Sein irregulärer Rechtsstatus darf nicht dazu führen, dass ein Migrant seine Würde verliert. Er ist schließlich mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet, die weder verletzt noch ignoriert werden dürfen.” Die Gegenseitigkeit hat ihr Fundament auch darin, dass die Kirche die Menschheit als pilgerndes Volk begreift und uns daran erinnert, dass wir zeitliche Nutzer des Landes sind, das wir bewohnen, nicht aber dessen Eigentümer. Sie erinnert uns ebenfalls daran, dass wir in den guten Zeiten nicht aus unserer kollektiven Erinnerung verdrängen, dass wir einst selbst Flüchtlinge gewesen sind. Als im Jahre 1954 mehr als elf Millionen binneneuropäischer Flüchtlinge in ihren Nachbarregionen willkommen geheißen wurden, drängte Papst Pius XII. darauf, hilflose und fremde Menschen zu unterstützen und zu begleiten.

     

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    "Jedem Menschen muß (...) auch erlaubt sein, sofern gerechte Gründe dazu raten, in andere Staaten auszuwandern und dort seinen Wohnsitz aufzuschlagen (...)". Papst Johannes XXIII (Pacem in terris, 12)

     

     

    "Die Institutionen der Aufnahmeländer müssen sorgfältig darüber wachen, dass die Versuchung nicht an Boden gewinnt, ausländische Arbeitskräfte auszubeu-

    ten (...)". Kompendium der Soziallehre der Kirche (Kapitel VI, 298)

     


    Bitten wir um ein weites Herz für die Immigranten. Gott wird uns danach richten, wie wir den am meisten Bedürftigen begegnet sind.

     

     

  • Christian Mellon sj

     

    Den Fremden aufnehmen


    Wenn Christen sich entscheiden müssen, können Fragen zur Asyl- und Einwanderungspolitk niemals den zweiten Platz einnehmen. Sie stehen im Zentrum des Glaubens.

     

    Die Europäische Union vertritt im Bereich des Asyls und der Einwanderung Positionen, die sich wenig von christlichen Positionen unterscheiden. Christliche Organisationen, welche sich die Verteidigung der Rechte von Migranten zum Ziel gesetzt haben, konstatieren und beklagen jedoch, dass diese Grundsätze in der Praxis häufig relativiert werden: Die politisch Verantwortlichen setzen sich oft dafür ein, den Zugang von EU-Ausländern zum Gebiet der Union zu beschränken.

     

    Dies ist Teil dessen, was Papst Franziskus als „Kultur der Zurückweisung“ ablehnt. Stattdessen lädt er zu einer „Kultur der Begegnung“ ein, da für einen Jünger Christi die Aufnahme eines Fremden mehr ist als eine einfache moralische oder rechtliche Forderung, sondern spiritueller Natur: der Herr begegnet uns im Fremden (Mt 25,35).

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    "Jedem Menschen muß (...) auch erlaubt sein, sofern gerechte Gründe dazu raten, in andere Staaten auszuwandern und dort seinen Wohnsitz aufzuschlagen (...)". Papst Johannes XXIII (Pacem in terris, 12)

     

     

    "Die Institutionen der Aufnahmeländer müssen sorgfältig darüber wachen, dass die Versuchung nicht an Boden gewinnt, ausländische Arbeitskräfte auszubeu-

    ten (...)". Kompendium der Soziallehre der Kirche (Kapitel VI, 298)

     


    Bitten wir um ein weites Herz für die Immigranten. Gott wird uns danach richten, wie wir den am meisten Bedürftigen begegnet sind.

     

lassen wir es Wirklichkeit werden:
die Vorschläge der Christlichen Organisationen
weitere Vorschläge

Jesuit Refugee Service

 

Rethink the reform proposals for the Common European Asylum System (CEAS)

Jesuiten-Flüchtlings- dienst

 

Alternativen zur Abschiebungshaft verstärkt nutzen

Jesuiten-Flüchtlings- dienst

 

Die Lebensbedingungen in der Abschiebungshaft verbessern

Jesuiten-Flüchtlings- dienst

 L. Boldrini

Ein humanes Asylsystem, das die Menschenwürde achtet

Jesuiten-Flüchtlings- dienst

 

Schutz für Schutzsuchende an Europas Toren verbessern

Jesuiten-Flüchtlings- dienst

 

Keine Migranten in Länder, in denen ihr Leben gefährdet wäre, zurückschieben

Caritas Europa

 

Adäquaten Schutz von Migranten und Asylsuchenden an den EU-Außengrenzen sicherstellen

http://the-europe-experience.eu/